Kamtschatka

Juli 22nd, 2009 von admin

Ein halbes Jahrhundert lang wurde Kamtschatka abgeschottet wie kaum eine andere Region der Erde: Strategisch günstig gelegen, richtete die Sowjetunion auf der größten Halbinsel Ostasiens einen Horchposten ein, um die Aktivitäten der USA auf der anderen Seite des Beringmeeres beobachten zu können. Selbst Sowjetbürger brauchten zum Besuch von Kamtschatka eine Sondergenehmigung; erst seit 1990 ist der spröde russische Landstrich auch für Touristen aus aller Welt zugänglich.

Insel der Vulkane

Weniger als 400.000 Menschen zählt die Bevölkerung von Kamtschatka – und das bei einer Größe, die die Fläche von Deutschland um gut 10.000 Quadratkilometer übersteigt. An kaum einem Ort sind mehr Vulkane konzentriert: 160 wurden registriert, 28 davon gelten als aktiv – sechs von ihnen brechen jedes Jahr mehr oder minder stark aus. Die Vulkanketten sind bis zu 4.750 Meter hoch, ungezählte Geysire verschaffen der Landschaft ein Bild von rauher Schönheit. Das “Tal der Geysire” mit rund 90 Wasser und Dampf sprühenden Quellen zählt zum UNESCO-Welterbe.

Gewöhnungsbedürftiges Klima

Bei einer Länge von 1.200 und einer Breite bis zu 450 Kilometern, ist das Klima auf Kamtschatka für westliche Verhältnisse höchst gewöhnungsbedürftig. Während der Wintermonate sorgen asiatische Hochdruckgebiete für kalte und trockene Ost- und Nordostwinde, die Temperaturen bis zu minus 25 Grad Celsius verursachen. Auch der Sommer fällt eher trübe aus: Die Höchsttemperaturen erreichen gerade mal 15 bis 16 Grad, die Vegetation bleibt dementsprechend das ganze Jahr über wenig abwechslungsreich.

Rosige Zukunftsaussichten

Als Russland Kamtschatka um 1700 herum annektierte, gaben vor allem reiche Zobelpopulationen den Ausschlag dafür. Heute ist von dem einstigen Reichtum der Halbinsel vergleichsweise wenig übrig. Die Bevölkerung – zwei Drittel der Einwohner leben in der Hauptstadt Petropawlowsk-Kamtschatski – existiert von der Erdgasförderung sowie den übrig gebliebenen Militärposten und der Fischerei; für die Zukunft sieht Kamtschatka indes rosigen Zeiten entgegen: Erst vor wenigen Jahren wurde unter der Erde ein auf zehn Milliarden Barrel Inhalt geschätztes Erdölvorkommen entdeckt – auch für internationale Verhältnisse eine gewaltige Größenordnung.

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